Zerrissene Familien, gestrandete Kinder

In den letzten Wochen und Monaten erfahre ich immer häufiger von Jugendlichen, die aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak alleine nach Österreich geflohen sind, um hier anzukommen und um anschließend ihre2539552964_921cf645ba_z Familie nachzuholen.

Da sind 10-Jährige Kinder von ihren Müttern losgeschickt worden, mit der ganzen Hoffnung auf ein gemeinsames Leben in einer sicheren Umgebung, und nun wird durch die Veränderung Rechtslage minderjährigen Flüchtlingen nur noch subsidiärer Schutz gegeben. Losgewandert mit der tiefen Überzeugung, in einigen Monaten, spätestens in einem Jahr ihre Mutter, ihre Geschwister und vielleicht auch ihren Vater wieder in die Arme schließen zu können, sind nun viele Kinder völlig verzweifelt. Wollen nicht alleine hier sein, können nicht zurück, wissen nicht, wohin mit ihrem Schmerz. Und werden erst jetzt traumatisiert, durch den Entscheid, kein/e Asylberechtige/r zu sein.

Dieser Schmerz zieht sich gerade durch unser Land und macht mein Herz schwer und mich selbst ohnmächtig. Warum kann es nicht so einfach gehen und diese Familien können vereint werden? Ist dies nicht der Weg, zu Frieden beizutragen? Wird hier nicht Wut auf dieses Asylwesen? Warum kann nicht endlich Frieden sein???

Und wie würde es mir als Mutter gehen, wenn ich mich dazu durchgerungen habe, eines meiner Kinder auszuwählen, und es alleine auf die Flucht geschickt habe. Mit der großen Hoffnung „alles wird gut“ und „wir finden einen Weg für uns alle aus dieser einzigen Katastrophe“. Und dann mein Kind, mein Baby zu verlieren, weil ich nicht zu ihm kann und es nicht zu mir kann? Ihm versprochen zu haben, wir sehen uns bald wieder und jetzt zu merken, ich kann dieses Versprechen nicht halten. Vielleicht sehen wir uns nie wieder, vielleicht in vielen Jahren, wenn wir uns zu sehr entfremdet haben, vielleicht erkennen die kleineren Geschwister ihren Bruder oder ihre Schwester gar nicht mehr?

Ich kann auch die Seite der Politik verstehen, die hier eine Grenze ziehen möchte, die Frage der finanziellen und gesellschaftlichen Belastbarkeit und Machbarkeit. Doch davon sind Einzelschicksale betroffen, werden Kinder traumatisiert und es gibt bestimmt einen anderen Weg, um für beide Seiten eine gute Lösung zu finden. (Abgesehen davon, dass es die beste Lösung ist, diesen grausamen Krieg zu beenden!)