PAAAUSE

Seit einem Monat habe ich drei Vormittage, an denen ich alleine bin. Mein Jüngster ist nun auch im Waldkindergarten. Monatelang habe ich überlegt, was ich an diesen ersten freien Halbtagen machen werde, Shoppen gehen, mich mit Freundinnen in Ruhe treffen, Projekt X starten, Projekt Y weiter mach7179703893_fffb2d3f8c_oen,…

Und statt dessen war ich einfach erstaunt. Erstaunt, wie schnell man, nein ICH, die Straße wechseln kann, ohne dabei auf Kind, Fahrrad und Hund achten zu müssen. Erstaunt, wie schnell ich das Haus verlassen kann, wenn ich nicht noch schnell jemanden wickeln, eine kleine Diskussion habe, ob die elektrische Zahnbürste jetzt mit muss oder nicht, sondern einfach in meine Schuhe schlüpfe und – fertig! So fühlt sich das Leben auch an.

Und dann war ich erschöpft, so erschöpft, dass ich gar nichts gemacht habe, außer ins Grüne zu starren, und mich zu wundern, wie ich diese Präsenz, diese Aufmerksamkeit 16 Jahre lang halten konnte. Für mich und gleichzeitig auch immer für jemand anderen da zu sein. Auf Zehnspitzen durchs Haus zu schleichen, wenn das Baby schläft, damit ich diese „heilige Zeit“ des alleine Tun könnens nicht vorzeitig verkürze. Und immer mit einem Ohr noch woanders zu sein.

Und ich weiß jetzt, wenn ich mir eine Impfung für Kinder im Kleinkindalter wünschen würde, dann gegen Autounfälle, das hat mich in den letzten Jahren am meisten gestresst: die Sorge, dass eines meiner Kinder überfahren wird.

Und nach dem Erschöpft sein habe ich mal ordentlich Ordnung gemacht, es genossen meine zwei Hände die ganze Zeit für das zu verwenden, wofür ich es möchte und aufgeräumt, ausgemistet, innerlich und äußerlich gereinigt.

Und dann – dann hab ich mir Zeit für mich genommen, gelesen, Tee getrunken, Musik gehört, Spazieren gegangen, mein Pferd besucht. Und bin wieder bei mir angekommen. Und da bin ICH JETZT. Hier in meinem Leben. Kann mich von ganzem Herzen über meine Kinder freuen, sie selbständig sie über die Straße gehen, wie kreativ sie ihre Experimente machen und das Leben genießen. Und freue mich ab nun auch, meine Arbeit zu machen. Welcome back!!